Galvanische Trennung, Minus auf Schutzleiter?

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Moderator: T.Hoffmann

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Fr, 02.12.11, 09:33

Hallo.

Kann ich bei der Konstantstromquelle 350 mA, IP20 den Minuspol (oder meinetwegen alternativ den Pluspol) mit dem Schutzleiter verbinden und ein daran angeschlossenes Lampengehäuse erden?

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Diese Frage von Murray bezieht sich auf Konstantstromquelle 350mA, IP20 und wurde durch den FAQ-Bot automatisch eingestellt.
Strumboe
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Fr, 02.12.11, 09:43

Moinsen.

Diese Frage ist irgendwie nicht so ganz verständlich.
Der Schutzleiter darf lt. VDE nur als Schutzleiter verwendet werden! Überleg mal, wenn dieser für etwas anderes Missbraucht wird und du im guten Glauben bist, dass dem auch so ist und dann anfasst.....
Nein, das brauchst du nicht. Wofür auch? Du arbeitest hier mit einer sogenannten "Schutzkleinspannung" und das Gehäuse der Konstantstromquelle ist so konstruiert, dass da auch im Fehlerfall keine gefährliche Netzspannung nach außen gelangt. Daher dat die KSQ auch nur zwei Anschlüsse für die Netzleitung: Phase und Neutral.

Gruß
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Achim H
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Fr, 02.12.11, 09:44

Wenn Du unbedingt einen Schutzleiter an ein Lampengehäuse anklemmen möchtest, dann nur so, dass auch L1 + N je einen 2,2n Kondensator (siehe Cy im unteren Bild) gegen PE erhalten.

Bild
Murray
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Fr, 02.12.11, 11:25

Im untersten Beispiel ist das Netzteil aber im Gehäuse mit eingebaut. Das ist bei meiner Anwendung nicht der Fall.
Vielleicht beschreibe ich den Aufbau und den Grund meiner Anfrage lieber mal genauer.

Ich habe eine LED-Leiste in einem Alu-U-Profil mit Wärmeleitkleber eingeklebt. Der Anschluss der Zuleitungen erfolgt durch Bohrlöcher im Profil von unten im "U". Die KSQ befindet sich in etwa einem Meter Abstand zu diesem U-Profil, das U-Profil ist in diesem Fall das Lampengehäuse. Beide Zuleitungen sind gegenüber dem Lampengehäuse/U-Profil isoliert, das Lampengehäuse/U-Profil ist zur Zeit floatend. Dies wollte ich ändern und einen Schutzleiter an das Gehäuse anschließen und so verhindern, dass Streuspannungen auf das U-Profil übertragen werden (nicht ohne Grund, mein Phasenprüfer leuchtet ganz, ganz schwach, wenn die LED eingeschaltet sind, messbar ist dies mit meinem Multimeter nicht). Dazu könnte ich ein weiteres Kabel vom Schutzleiter zum U-Profil ziehen, dass wollte ich aus optischen Gründen vermeiden. Als Alternative hatte ich überlegt, den Minuspol der KSQ auf Erde zu legen und sowohl den Minuspol der LED-Leiste als auch das Gehäuse mit der Erde zu verbinden. Der Gedanke war: wenn Minus- und Pluspol der KSQ vom L und N galvanisch getrennt sind, dann sollte es kein Problem sein, einen der beiden zu erden und die LED-Leiste zwischen Pluspol und Erde zu betreiben. Auf diese Weise hätte ich aus der SELV-Anlage eine PELV-Anlage gemacht, was nach meinem Verständnis genauso erlaubt ist. Liege ich falsch?
Loong

Fr, 02.12.11, 11:40

FAQ-Forum-Bot hat geschrieben:Kann ich bei der Konstantstromquelle 350 mA, IP20 den Minuspol (oder meinetwegen alternativ den Pluspol) mit dem Schutzleiter verbinden und ein daran angeschlossenes Lampengehäuse erden?
Meines Erachtens "beißen" sich hier zwei Vorschriften. Einmal die über die Schutzklassen (die von dir gewählte KSQ besitzt Schutzklasse II, und dann die über SELV bzw. PELV.

Um auf der sicheren Seite zu bleiben, würde ich an Deiner Stelle in den sauren Apfel beißen, einen extra Schutzleiter zu Profil und Lampengehäuse, und die Ausgänge der KSQ floatend lassen.

@Achim H: Deine Antwort hat mit der Fragestellung nichts zu tun. Aber das ist man ja inzwischen von dir gewohnt. Selbstverständlich darf man ein leitfähiges Teil erden, ohne L und N miteinzubeziehen.
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Du findest also, ich rede Müll?
Wenn Du meinst.

Hier mal ein Blockschaltbild (rot dargestellt bei welchem OpenFrame-Schaltnetzteil ich es gefunden habe).
galv.png
Hier sind Ein- und Ausgang über einen Kondensator an PE angeschlossen. Der Kondensator im Eingang ist mit dem Entstörfilter verbunden (siehe auch die 2. Grafik im oberen Bild).
Loong hat geschrieben:Selbstverständlich darf man ein leitfähiges Teil erden, ohne L und N miteinzubeziehen.
Deine Antwort ist genau so Müll.
Die Frage war, ob man Minus oder Plus des Ausgangs an PE anschließen und nicht ob man ein leitfähiges Gehäuse erden darf.

Ein OpenFrame-Schaltnetzteil hat kein metallisches Gehäuse. Das heißt aber nicht, dass man es nicht ebenfalls an PE anschließen kann. Das betrifft somit auch alle anderen SNTs mit nur 2 Leitungen.
ustoni
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Fr, 02.12.11, 13:28

Da die Lampe mit Schutzkleinspannung betrieben wird, ist eine Schutzerdung des U-Profils nicht erforderlich. Was Murray hier durchführen möchte, ist eine Funktionserdung. Das ist zulässig und kann auch durch Erdung des Minusausgangs der KSQ erfolgen.

Zitat Wikipedia:
Funktionserdung [Bearbeiten]
Die Funktionserdung von Audioverstärkern oder -signalquellen dient dazu, über elektrische Störfelder empfangene Störsignale zu vermeiden, indem deren metallene Gehäuse miteinander und mit dem Erdpotential verbunden werden.[10] Oszilloskope und andere Geräte wie Computer besitzen oft eine galvanische Verbindung der Signalmasse mit dem Schutzleiter des speisenden Netzanschlusses, um Störeinstrahlung oder Störabstrahlung zu verringern.[11] Gehäuse und Signalmasse anderer Geräte sind zu diesem Zweck häufig auch nur über ein RC-Glied mit dem Schutzleiter verbunden.

Anschlüsse für die Funktionserdung oder -masseverbindung müssen nicht wie Schutzerdeverbindungen gekennzeichnet sein und dürfen nicht als Schutzerdeverbindung benutzt werden.
Ich denke aber nicht, dass dies erforderlich ist. Wahrscheinlich reicht es, den Minusausgang der KSQ über einen 1 MOhm-Widerstand mit Erde zu verbinden und das U-Profil an den Minusanschluss zu legen. Das wäre dann ein Potentialausgleich (ESD-Schutz).
Loong

Fr, 02.12.11, 13:42

Achim H hat geschrieben:Du findest also, ich rede Müll?
Ja, tust du, wie so oft. Ich habe es dir bereits mehrmals konstatiert: Du gibst zu allem und jedem dein zusammengegoogeltes Viertelwissen zum besten, ohne auf die tatsächliche Fragestellung einzugehen.

Wie jederman (naja, fast, außer dem Achim) leicht feststellen kann, ist die verlinkte Konstantstromquelle in Schutzklasse II ausgeführt und führt Schutzkleinspannung. Sie besitzt daher weder einen Schutzleiteranschluß, noch über Kondensator(en) verbundene Ein- und Ausgänge.

Eine Schutzerdeverbinung ist unzulässig (wie ustoni bereits ausführte), eine Funktionserde möglich, halte ich aber für überflüssig, da die KSQ Schutzkleinspannung liefert.
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Ihr dürft gerne wieder zu sachlichen Ausdrücken zurückkommen, sonst muss ich hier korrigierend einschreiten. Zur Benutzung gebe ich den Satz frei : Du bist also anderer Ansicht ?
Meinungen dürfen hier gerne kontrovers ausgetragen werden, aber bitte Leute - der Ton machts.
Murray
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Fr, 02.12.11, 14:52

ustoni hat geschrieben: Wahrscheinlich reicht es, den Minusausgang der KSQ über einen 1 MOhm-Widerstand mit Erde zu verbinden und das U-Profil an den Minusanschluss zu legen. Das wäre dann ein Potentialausgleich (ESD-Schutz).
Das würde sicherlich auch funktionieren, widerspricht doch aber diesem:
de.wikipedia.org/wiki/Funktionserdung hat geschrieben: Ein Potentialausgleich zu Zwecken der Störspannungsminderung muss <...> niederohmig ausgeführt werden.
Was wäre der Vorteil dieser Variante gegenüber einer direkten Erdung des Minuspols?
Darf ich für die Bereitstellung einer solchen Funktionserdung nun den Schutzleiter benutzen, oder müsste ich einen Kontakt zu einem Heizungsrohr (das ja letztendlich anderswo im Haus gemeinsam mit dem Schutzleiter geerdet ist), o.ä. herstellen?
Letztendlich sollte ich allerdings weder das eine, noch das andere machen und den Aufbau so lassen wie er ist?
ustoni
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Fr, 02.12.11, 15:08

Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Bei der Funktionserdung geht es darum Störstrahlungen vom Gerät fernzuhalten (speziell im Audiobereich) oder nicht aus dem Gerät herauszulassen (z.B. Computer). In beiden Fällen sind die Störquellen relativ niederohmig.

Bei der Verbindung über einen 1 MOhm-Widerstand führst Du einen Potentialausgleich durch, es handelt sich aber nicht um eine Funktionserdung. Damit werden hochohmige Quellen gegen Erde abgeleitet. Das findet z.B. beim ESD-Schutz an Laborarbeitsplätzen Anwendung um statische Ladungen zu vermeiden. Auf dem Arbeitsplatz liegt dann z.B. eine Antistatikmatte, die direkt mit Erde verbunden ist. Diese Matte ist aus einem leitenden Material, aber sehr hochohmig. Derjenige, der dann an diesem Platz arbeitet, trägt ein Antistatikarmband. Das Armband ist ebenfalls aus einem leitenden Material, ist aber dann über einen 1 MOHM-Widerstand mit Erde verbunden. Der Widerstand dient dabei dem Personenschutz. Man kann sich ja leicht vorstellen, dass es nicht besonders gesund ist, das linke Handgelenk direkt mit Erde verbunden zu haben, wenn man mit der rechten Hand versehentlich an eine gefährliche Spannung fasst.

In Deinem Fall hast Du es definitiv mit einem hochohmigen Potential zu tun, auf das der Spannungsprüfer noch anspricht. Du schreibst aber selbst, dass Du mit dem Multimeter keine Spannung misst. Ein Multimeter hat normalerweise einen Eingangswiderstand von 10 MOhm. Der reicht anscheinend schon aus, um das Potential des U-Profils vollständig abzuleiten.

Ich würde schon aus Sicherheitsgründen die Lösung mit dem 1 MOhm-Widerstand vorziehen; man kann nie sicher genug arbeiten.
Strumboe
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Fr, 02.12.11, 15:16

Schön, dass wir hier wieder auf eine sachliche Ebene gekommen sind.

Wenn unbedingt ein Anschluss an die Erde erfolgen soll - was hier nicht von Nöten ist - , dann so wie es als letztes ustoni beschrieb: mit einem hochohmigen Widerstand. Bei der Erdung ist es nicht richtig nach dem Motto zu handeln: viel hilft viel. Sprich viele Erdungspukte zu setzten. Hier können dann zwar nur geringe Spannungen entstehen, allerdings extrem hohe Potentialausgleichsströme. Es darf eigentlich nur einen zentralen Erdungspunkt geben.

Gruß
Murray
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Fr, 02.12.11, 15:29

Dass es mit einem MOhm auch geht ist mir klar. Warum 1 MOhm besser sein kann als eine direkte Erdung hast Du mir jetzt auch plausibel gemacht.
Danke.
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